Familienleben

Warum machst du einen Blog über euer „Familienproblem“?

Das habe ich mittlerweile von einigen gehört, als erstes von meine eigenen Eltern. Daraufhin habe ich mir ernsthafte Gedanken gemacht: Soll ich den Blog doch löschen? War es eine schlechte Idee unser „Problem“ in den Fokus zu stellen? Was werden die Leute über uns denken und wird es Konsequenzen im Leben unserer Kinder geben?, um nur einige zu nennen.

Ist es wirklich nur „unser“ Problem. Die Zahl der AD(H)Sler nimmt stetig wieder zu. Somit ist es ein viel größeres „Problem“ als nur „unseres“. Wir haben unsere Kinder auch immer offen im Umgang mit ihrer „Einschränkung“ bestärkt und ihnen klargemacht, dass wir Wege finden werden, die für sie besser sind als die Wege, die so viele andere gleichermaßen gehen. Soll ich mich und unser Leben jetzt verstecken, wenn ich meinen Kindern beigebracht habe offen damit umzugehen? Was natürlich nicht leicht fiel, denn AD(H)S ist in der Gesellschaft extrem negativ belegt. Das liegt an der inkompatiblen Lebensweise, die AD(H)Sler augenscheinlich für die meisten an den Tag legen. Sie fallen in sozialen Bereichen, in leistungsorientierten Umgebungen und im familiären Bereich angeblich negativ auf. Kurz gesagt, sie passen nicht in unsere Leistungsgesellschaft!

Aber bitte schön ins System passen!

Wer nicht in das System passt wir aussortiert. So läuft es bereits in Kindergärten und Grundschulen. Dort werden sogenannte Belohnungssysteme eingeführt, die Kindern Motivation verschaffen sollen immer artig zu sein. Es werden körperliche Auseinandersetzungen geahndet, sowie lachen und sprechen im Unterricht. Ein fast schon stalinistisches Prinzip zur Überwachung der Systemtreue. Das solche Systeme allerdings mit Druck arbeiten und Kindern, die AD(H)S haben, noch mehr als den alltäglichen Druck auferlegt wird, ist dabei nicht annähernd bedacht. „So liebes Kind, du bist sozial nicht so kompetent wie die anderen, also reiß dich zusammen, ach ja und konzentriere dich richtig in der Schule und mache keinen Quatsch, aber achte auch auf das Belohnungssystem. Viel Spaß in der Schule mein Schatz!“ Mal ehrlich, wie soll ein Grundschüler mit dieser Situation umgehen?

Das ist meine Motivation!

Daher habe ich mich FÜR diesen Blog entschieden, denn der Umgang mit andersartigen Menschen wird immer schlimmer und unerträglicher. Das Mobbingsyndrom stütze ich ebenfalls auf die fehlende Sozialkompetenz in unserem Staat, der ein solches Verhalten durch sein hochgelobtes, heterogenes System hervorbringt.

Inklusion gilt auch für Kinder mit AD(H)S

Das Thema „Inklusion“ ist ein umstrittenes Thema aber ein guter Gedanke, um Kindern Andersartigkeit in allen Varianten zu zeigen und akzeptieren zu lernen. Schlecht nur, dass 70 Prozent der Lehrer dies nicht umsetzten können, da ihnen selbst entweder die Erfahrung fehlt oder systemtreu alles auszurangieren eben einfacher ist, als etwas für Akzeptanz tun zu wollen. Was viele nicht wissen: Inklusion betrifft auch Kinder mit AD(H)S. Das bedeutet eigentlich, dass andere Menschen lernen müssen mit betroffenen Kindern oder Menschen zu leben und umzugehen, nicht nur die Betroffenen selbst. Ein Thema dem sich Schulen wie unsere eher entgegenstellen, als sich ein wenig zu reformieren.

Lasst uns zusammenhalten

Mein Wunsch ist es, eine Community anzusprechen, die selbst bereit ist über ihr Leben aktiv zu sprechen, Lösungen anzubieten und Tiefschläge mitzuteilen. Menschen, die diese Plattform als ihren Strohhalm in der Gesellschaft sehen, der ihnen nicht permanent das Gefühl gibt als Eltern zu versagen oder alles nicht im Griff zu haben. Familien sollen profitieren von Austausch und auch Kritik im angebrachten Rahmen. Meine Plattform soll Menschen ein Gefühl von Sicherheit geben und eine Anlaufstelle, die sich mit allen Facetten des AD(H)S beschäftigen möchte, um so viele Familien eine Stütze, ja vielleicht wie ein guter Freund zu sein.

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